Kalkstein im Naturpark Altmühltal:Zwischen Rohstoffgewinnung und Archaeopteryx

Eine Idee wird zur TraditionDer Arbeitskreis Bergbaufolgen feiert seinen 30. Geburtstag – 53. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen in Eichstätt/Bayern vom 11. bis 13. September 2025

Mit seinem Treffen in Eichstätt/Altmühltal vom 11.-13.09.2015 zum Thema „Kalkstein im Naturpark Altmühltal: Zwischen Rohstoffgewinnung und Archaeopteryx“ widmete sich der Arbeitskreis Geowissenschaftliche Aspekte in Bergbaugebieten, verkürzt Arbeitskreis Bergbaufolgen, in der DGGV mit Vorträgen und Exkursionen der Gewinnung und Verarbeitung des begehrten Jura-Kalkes und -Marmors, die beide 2025 in das Heritage-Stone-Programm der IUGS aufgenommen wurden. Besonderen Raum wurden dabei auch der (geo)touristischen Nachnutzung der Bergbaufolgelandschaften des Kalkabbaus sowie der musealen Inwertsetzung der weltweit einzigartigen Fossilfundstätten von Solnhofen-Eichstätt, 2022 als einer der ersten 100 UNESCO Global Geosites anerkannt, gegeben. Mit der Vorexkursion wurde auch die tertiäre Asteroideneinschlagstelle Nördlinger Ries, inzwischen eine der 200 global bedeutendsten Geological Heritage Sites, besucht. Der Einladung zur Vortragssession im Bischöflichen Seminar in der barocken Innenstadt von Eichstätt folgten fast fünfzig Fachkolleginnen und -kollegen sowie weitere Interessierte.

Besuch des Geotops Altenbürg bei Nördlingen (UNESCO Global Geopark Ries). In dem auflässigen Steinbruch zwischen innerem Ring und äußerem Rand des Rieskraters stehen Kalksteine und das Impaktgestein Suevit (auch Traß genannt) an. (Foto: S. Wittwer)
Besuch des Geotops Altenbürg bei Nördlingen (UNESCO Global Geopark Ries). In dem auflässigen Steinbruch zwischen innerem Ring und äußerem Rand des Rieskraters stehen Kalksteine und das Impaktgestein Suevit (auch Traß genannt) an. (Foto: S. Wittwer)

Das Bergbaufolgen-Team bedankt sich bei seinem treuen Teilnehmerkreis; aber auch bei den Mitveranstaltern: Jura-Museum Willibaldsburg Eichstätt, Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen und Naturpark Altmühltal sowie beim UNESCO Global Geopark Ries und der Fa. Franken-Schotter GmbH & Co. KG in Dietfurt. Die Vorträge und die Exkursionsführer sind im Tagungsband EDGG Nr. 272 erschienen.

Die Tagungsteilnehmer bei der Besichtigung der Technik und der SKW im Kalksteinbruch Dietfurt während der Exkursion am 13.09.2025. (Foto: T. Scherer)
Die Tagungsteilnehmer bei der Besichtigung der Technik und der SKW im Kalksteinbruch Dietfurt während der Exkursion am 13.09.2025. (Foto: T. Scherer)

Das Eichstätter Treffen war die 53. Tagung innerhalb von 30 Jahren. Der Arbeitskreis wurde im Jahr 1995 auf eine Initiative von Herrn Prof. Dr. Hermann Brause (†) hin innerhalb der damaligen Gesellschaft für Geowissenschaften (GGW) als „Arbeitskreis Bergbaufolgelandschaften“ gegründet. Der Arbeitskreis stellte sich die Aufgabe, in historischen und aktuellen Montanregionen Deutschlands Geowissenschaftler sowie Vertreter aus geologienahen Verwaltungs- und Wirtschaftseinrichtungen, Hochschulen und Forschungsinstituten zum interdisziplinären Gedankenaustausch zusammenzuführen. Eine ausführlichere Darstellung zur Arbeitskreisgeschichte sowie die Liste der seit 1995 veröffentlichten Tagungsbände zu den jeweils behandelten geowissenschaftlichen und montangeschichtlichen Themen können auf unter www.bergbaufolgen.de nachgelesen werden.

Bis heute haben etwa 6000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung an den Treffen des AK Bergbaufolgen teilgenommen. Viele sind so begeistert vom Format der Treffen, dass wir sie mittlerweile regelmäßig an den jährlich stattfindenden, zwei- bis dreitägigen Veranstaltungen begrüßen dürfen. Erfreulicherweise ist bei jedem unserer Treffen eine Mischung aus Berufserfahrenen und Berufsanfängern, aus (Un)-Ruheständlern und Interessierten, die sich fachlich außerhalb der Geo-Gemeinschaft bewegen, anzutreffen. Die mit der Gründung des Arbeitskreises angestrebte „Netzwerkbildung“ funktioniert also hervorragend und der interdisziplinäre Gedankenaustausch fördert nach wie vor das Verständnis für die vielfältigen Prozesse und Möglichkeiten bei Nutzung und Schutz natürlicher Ressourcen.

Der Arbeitskreis ist offen für alle, die Interesse an unseren Themen haben, und freut sich über jeden Mitstreiter. So durften wir im vergangenen Jahr die Geschäftsführerin der „Arbeitsgemeinschaft für Organische Petrologie“, Frau Claudia Niemz, im Team des AK Bergbaufolgen begrüßen. Das nächste Treffen im Jahr 2026 wird sich – folgerichtig – dem Thema „Erdöl und Erdgas in Deutschland“ widmen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Treffen, bei den zahlreichen Förderern und Ideengebern und bei der DGG/DGGV für das Interesse und die langjährige Unterstützung des AK Bergbaufolgen und freuen uns auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit.

Katrin Kleeberg, Jochen Rascher, Sybille Busch, Henny Gerschel, Stephanie Wittwer, Claudia Niemz

Arbeitskreis Bergbaufolgen in der DGGV