Braunkohle und Parklandschaften in der Muskauer Heide

20. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen am 22. und 23. September 2006 in Nochten
(Katrin Kleeberg, Oberschöna)

Das 20. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen der DGG am 22. – 23. September 2006 führte die 40 Teilnehmer in die (Bergbaufolge)-Landschaft der sächsischen Lausitz; also dorthin, wo vor 11 Jahren das erste Treffen des Arbeitskreises stattfand. In seinen einführenden Worten erinnerte der Leiter des Arbeitskreises, Herr Dr. Rascher an die thematische Vielfalt der vergangenen 19 Treffen und gab einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten im Jahr 2007 (s. a. Internationaler Geokalender in diesem Heft).

An dieser Stelle möchte sich der Arbeitskreis bei allen Einrichtungen herzlich bedanken, die die Treffen bisher auf vielfältige Weise unterstützt und gefördert haben. Ein besonders dickes Dankeschön aber geht an alle Teilnehmer, die durch ihr Interesse und ihre gute Laune, durch Anerkennung und freundliche Ermutigungen, durch neue Ideen (und manchmal auch sachliche Kritik) eine wunderbare, fast familiäre Atmosphäre während der Treffen geschaffen haben.

Der Vortragsteil des 20. Treffens fand am Nachmittag des 22. 9. 2006 mit freundlicher Unterstützung der Vattenfall Europe Mining (VEM) AG Cottbus in den Tagesanlagen des Braunkohlentagebaues Nochten statt. Die Vortragenden spannten den Bogen von den heutigen bergbaulichen Aktivitäten und den zukünftigen Rekultivierungsvorhaben bis zur künstlerischen Landschaftsgestaltung in der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Im ersten Vortragsblock wurden zunächst die Abbau- und Folgenutzungskonzepte für die Tagebaue Nochten und Reichwalde vorgestellt. Weitere Beiträge gingen auf Teilkonzepte in den sog. Landschaftsinseln der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land ein bzw. beleuchteten geotouristische Potenziale der Bergbauregion Weißwasser. Die Vorträge des zweiten Teiles widmeten sich zwei historischen Landschaftsparks in der Muskauer Heide, dem Fürst-Pückler-Park Bad Muskau (Weltkulturerbe) und dem Rhododendron- und Azaleen-Park Kromlau, sowie dem in den letzten Jahren entstandenen Findlingspark Nochten.

Der Abend klang nach einer Schlossturm-Führung in der Orangerie des Fürst-Pückler-Parkes Bad Muskau stimmungsvoll aus. An dieser Stelle sei den Mitarbeitern der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau ausdrücklich für die sehr engagierte Unterstützung des Treffens gedankt.

Am nächsten Tag konnten sich die Teilnehmer von den genialen Ideen der Landschaftsarchitekten und deren künstlerischen Umsetzungen im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau und im Rhododendronpark Kromlau überzeugen. Dabei bezogen die Landschaftsarchitekten bereits in früherer Zeit die sowohl glazigen als auch durch den Bergbau geprägte Geomorphologie in ihre Parkgestaltungen mit ein. Im Kromlauer Park erwartete uns zur Mittagszeit ein „Überaschungsbüffet“ des Kromlauer Heimatvereines mit Lausitzer Spezialitäten. Ein Dankeschön den aktiven Kromlauern.

Heiderefugium im Findlingspark Nochten (Foto: H. Ulbrich, Findlingspark Nochten)

Heiderefugium im Findlingspark Nochten (Foto: H. Ulbrich, Findlingspark Nochten)

Der Findlingspark Nochten als moderne Form der Gestaltung einer Bergbaufolgelandschaft hat sich in nur wenigen Jahren durch seine Einmaligkeit und seine Schönheit zu einem touristisch attraktiven und gut besuchten Bereich der Muskauer Heide entwickelt. Die fachkundige Führung durch den Landschaftsgarten, der Findlinge als gartenarchitektonische Gestaltungselemente und als Übermittler von erdgeschichtlichen Prozessen in populärwissenschaftlicher Form nutzt, war einer der Höhepunkte der ganztägigen Exkursion.

Informationen zur Bestellung des Tagungsbandes/Exkursionsführers sind auf der Übersichtsseite des Archivs zu finden.