Vom römischen Tuffsteinbruch bis zur heutigen Schiefergewinnung – 2000 Jahre Bergbau im Vulkanpark Osteifel

41. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen vom 29. September bis 01. Oktober 2016 in Maria Laach
(Katrin Kleeberg, Arbeitskreis Bergbaufolgen)

Mit seinem 41. Treffen widmete sich der Arbeitskreis Bergbaufolgen sowohl dem Eifelvulkanismus als auch den vielfältigen Spuren des alten und neuen Bergbaus im Vulkanpark Osteifel.

Vor mehr als 7 000 Jahren begannen die Menschen, die vielfältigen Gesteine der Osteifel zu nutzen, wobei der Bergbau zur Römerzeit vor etwa 2 000 Jahren eine Blüte erreichte. Im Vulkanpark Osteifel können heute geologischen Besonderheiten und reizvolle Zeugen der alten und der heutigen Gesteinsgewinnung und -verarbeitung bewundert werden. Basaltsteinbrüche und Bimsabbaue stehen dabei neben einzigartigen Geotopen, die Bereiche des alten untertägigen Basaltabbaus sind sowohl touristisches Highlight als auch bedeutendes Fledermausquartier.

Die Exkursionsgruppe vor dem Eingang zu den historischen Lavakellern Mendig (Foto: Peter Wolf, privat).

Die Exkursionsgruppe vor dem Eingang zu den historischen Lavakellern Mendig (Foto: Peter Wolf, privat).

Um dieser Vielfalt wenigstens ansatzweise Rechnung tragen zu können, wurde das Treffen mit zwei Exkursionstagen und einer halbtägigen Vortragsveranstaltung konzipiert.

Die Exkursion am 29.09. in das Moselschiefer-Bergwerk Katzenberg der Fa. Rathscheck Schiefer gab allen Teilnehmern einen faszinierenden Einblick zu Gewinnung und Verarbeitung des begehrten Werksteins. In spannenden Beiträgen wurde durch die Fa. die früheren und heutigen Einsatzbereichen des Schiefers nahegebracht. Alle Teilnehmer erhielten abschließend ein Teilnahmezertifikat.

Die Vorträge am 30.09. im Seehotel Maria Laach spannten den Boden vom Vulkanismus über die Bodenschätze bis zu den Konzepten für die touristische Vermarktung der natürlichen und kulturellen Highlights der Osteifel. Ein Vortragsblock war den Folgen von 2000 Jahren Bergbau gewidmet. Die Beiträge zeigten, dass der historische Gesteinsabbau zum einen Gefahren durch unbekannte oder kaum gesicherte Hohlräume birgt, zum anderen das Herz von Archäologen höher schlagen lässt und Anziehungspunkt für technik- und geschichtsinteressierte Gäste ist.

Der zweite Exkursionstag am 01.10. griff zahlreiche Vortragsthemen auf. Er führte zunächst in die historischen Lavakeller in Mendig, in denen bis ca. 1840 Basalt zur Herstellung von Mühlsteinen gebrochen wurde und die danach aufgrund ihrer konstant niedrigen Temperatur für die Lagerung von Bier in Nutzung standen. Die Lavakeller werden heute touristisch genutzt, sind aber gleichzeitig eines der größten Fledermausquartiere Europas. Im Römerbergwerk Meurin konnten sich die Exkursionsteilnehmer in die Zeit des Kaisers Konstantin versetzen und Einblick in die mühevolle Tätigkeit der Arbeiter nehmen. Das Bergwerk ist Teil des größten römischen Untertage-Abbaugebietes von Tuff nördlich der Alpen. Durch die im Außenbereich befindliche antike Technikwelt führte die Besucher schließlich ein „echter“ Römer. Abgerundet wurde der Exkursionstag durch den Besuch des Tagebaues der Fa. MAYKO Natursteinwerke. Die Basaltlava wird sowohl als Naturwerkstein z.B. für Fassadenverkleidungen und Bodenbeläge als auch als gebrochenes Material im Straßenbau eingesetzt.

Alle Vorträge sind im Tagungsband (K. Kleeberg (Hrsg.): Vom römischen Tuffsteinbruch bis zur heutigen Schiefergewinnung – 2000 Jahre Bergbau im Vulkanpark Osteifel. – Exk.f. und Veröff. DGG, Heft 257: 96 Seiten, Hannover 2016 [ISBN: 978-3-86944-165-8, Preis: 29,95 €) einschließlich umfangreicher weiterführender Literatur zum Thema und einem Exkursionsführer enthalten. Der Tagungsband bietet außerdem eine Auflistung aller 40 Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen seit 1995 und der diesbezüglichen Veröffentlichungen aus den verschiedenen Rohstoffbereichen.

Informationen zur Bestellung des Tagungsbandes/Exkursionsführers sind auf der Übersichtsseite des Archivs zu finden.