Nationaler GeoPark Ruhrgebiet, eine Bergbauregion im Wandel

25. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen vom 05. bis 07. Juni 2009 in Witten
(Dr. Jochen Rascher)

Das 25. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen der DGG fand auf Einladung und mit organisatorischer Unterstützung des Nationalen GeoParkes Ruhrgebiet vom 05.-07.06.2009 in Witten im Ruhrgebiet statt, einer Region, in der beispielhaft die Zusammenhänge zwischen den geologischen Ressourcen und der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung darstellbar sind. Die heutige Existenz der europäischen Metropolregion Ruhrgebiet basiert ausschließlich auf der Nutzung der hier auftretenden Rohstoffe: Steinkohle, Salz, Erze und Baumaterialien.

Kniehohe tonnlägige Abbaustrecke in der historischen Zeche „Graf Wittekind“ - Steinkohlenflöz rechts oben (Foto: J. Rascher)

Kniehohe tonnlägige Abbaustrecke in der historischen Zeche „Graf Wittekind“ – Steinkohlenflöz rechts oben (Foto: J. Rascher)

Am Freitag bestand die Möglichkeit, aus sicherheitstechnischen Gründen auf kleine Gruppen beschränkt, die produzierenden Steinkohlengruben der RAG Deutsche Steinkohle AG „Auguste Victoria“ bei Marl und „Bergwerk West“ bei Kamp-Lintford zu befahren. Hochinteressant für Bergbaufreaks war auch die alternativ angebotene „Bekriechung“ der tonnlägigen Stollen des historischen Bergwerkes „Graf Wittekind“ bei Dortmund-Hohensyburg.

Für die Vortragsveranstaltung am Samstag bot die „Zeche Nachtigall“ bei Witten, bis 1892 Steinkohlenzeche und heute ein Standort des dezentral organisierten LWL-Industriemuseums, einen stilvollen Rahmen. Die Vorträge vermittelten einen Überblick zur Geologie, zum aktuellen Bergbau und zur Bergbauhistorie des Ruhrgebietes bis hin zum Risikomanagement der Bergbauhinterlassenschaften. Einen breiten Raum nahmen Themen zur Folgenutzung einzelner Bergbau-/Industriestandorte, zu vielfältigen Nachnutzungskonzepten vom Industriemuseum bis zum Kultur-/Eventstandort und zur Realisierung des regionalen Brachflächenmanagements ein. Mit besondere Aufmerksamkeit wurde dem Vortrag zum Nationalen GeoPark Ruhr gefolgt, der sich zum Ziel gesetzt hat, im Kontext der Rohstoffgewinnung und –nutzung im Ruhrgebiet die dafür kausalen geologischen Verhältnisse zu dokumentieren, in Form von Geotopen touristisch in Wert zu setzen und mit Georouten u. a. einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Auf der anschließenden Busexkursion wurde einige der vorgestellten geologischen Aufschlüsse und Bergbaustandort angefahren. Das Interesse der Teilnehmer konnte auch durch den Dauerregen an diesem Nachmittag nicht „aufgeweicht“ werden.

Das Treffen schloss am Sonntag mit einer Fußexkursion durch das Muttental bei Witten-Bommern, einem Seitental der Ruhr mit Zeugen des Bergbaues vom 16. bis 20. Jh. ab.

Informationen zur Bestellung des Tagungsbandes/Exkursionsführers sind auf der Übersichtsseite des Archivs zu finden.