Geologie und Rohstoffabbau auf und um Rügen

30. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen am 27. und 28. Mai 2011 auf Vilm und Rügen
(Sybille Busch, Jochen Rascher, Katrin Kleeberg)

Rügen ist der Landkreis mit der größten Dichte an schutzwürdigen Landschaften in Deutschland: Zwei Nationalparks und ein Biosphärenreservat teilen sich die Fläche diese Kreises. Rohstoffgwinnung und vor allem Tagebaubetrieb in einem derartigen Gebiet ist daher eine sehr sensible Angelegenheit. Das 30. Treffen des „Arbeitskreises geowissenschaftliche Aspekte in Bergbaugebieten“ (Arbeitskreis Bergbaufolgen) in der DGG spannte deshalb seinen thematischen Bogen vom heutigen Kreideabbau mit seinen geologischen und umweltschutzrechtlichen Bedingungen über die naturschutzfachlichen Anforderungen und technischen Ausführung der marinen Sand- und Kiesgewinnung in der Ostsee bis hin zu bergrechtlichen und genehmigungsrechtlichen Aspekten der Rohstoffgewinnung im Küstenbereich. Einen besonderen Schwerpunkt nahm die Darstellung der Gefahrenpotentiale der pleistozänen Sedimente der Steilküste Jasmunds ein. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Erläuterungen zur geologischen und naturschutzfachlichen Situation auf den Inseln Rügen und Vilm.

Durch pleistozäne Beanspruchung steil gestellte Kreidekalkablagerungen mit Feuersteinbändern im Tagebau Promoisel des Kreidewerks Rügen GmbH (Foto: K. Kleeberg)

Durch pleistozäne Beanspruchung steil gestellte Kreidekalkablagerungen mit Feuersteinbändern im Tagebau Promoisel des Kreidewerks Rügen GmbH (Foto: K. Kleeberg)

Zur Vortragsveranstaltung trafen sich am Freitag rund 60 Teilnehmer auf der vor Putbus im Greifswalder Bodden gelegenen Naturschutzinsel Vilm in den Räumlichkeiten der Internationalen Naturschutzakademie Vilm. Eine naturschutzfachliche Führung über die Insel Vilm mit ihren bedeutenden Vogelbeständen eröffnete das Treffen. Die Exkursion am Samstag führte zu aktiven und in Rekultivierung befindlichen Kreidebrüche im Nationalpark Jasmund. Mit der Hafenanlage Mukran wurde ein Beispiel für den Einsatz mariner Kiese im Erdbau vorgestellt. An der Steilküste bei Lohme und Saßnitz wurden die geologischen und bodenmechanischen Ursachen der dort jüngst gegangenen Küstenabbrüche und das damit einhergehende Gefahrenpotetial für die Wohnbebauungen erläutert.

Für die fachliche und organisatorische Unterstützung möchte sich der Arbeitskreis besonders beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern/Geologischer Dienst Güstrow, dem Bergamt Stralsund, der Internationalen Naturschutzakademie Vilm, dem Nationalparkamt Vorpommern und den Rohstoffgewinnungsunternehmen Kreidewerk Rügen GmbH und André Voß Erdbau und Transport GmbH Rostock bedankt.

Informationen zur Bestellung des Tagungsbandes/Exkursionsführers sind auf der Übersichtsseite des Archivs zu finden.