Geopark Muskauer Faltenbogen

12. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgelandschaften und 1. Treffen des Arbeitskreises Muskauer Faltenbogen am 12. Oktober 2001 in Forst
(Manfred Kupetz, Cottbus; Jochen Rascher, Freiberg)

Zum Thema „Geopark Muskauer Faltenbogen“ versammelten sich am 10. Oktober 2001 75 Interessenten im „Neuen Kreishaus“ des Spree-Neiße-Kreises in Forst (Brandenburg), um als Doppelveranstaltung das 1. Treffen des Arbeitskreises Muskauer Faltenbogen und das 12. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgelandschaften abzuhalten.

In sechs Beiträgen wurde der aktuelle Anarbeitungsstand des Drei-Länder-Projektes (Brandenburg, Sachsen, Polen) dargestellt und seine Perspektiven aufgezeigt. Ist ein Geopark an sich schon keine ganz einfache Sache, dann ist die Zusammenführung der Interessen von drei Ländern unter gleicher Zielstellung noch erheblich komplizierter. Nicht aber so kompliziert, daß sich die Akteure und Interessenten entmutigen ließen. Erstmals wurde ausführlich in der Öffentlichkeit das Engagement der beteiligten Landkreise Spree-Neiße (Brandenburg), Niederlausitzer Oberspreewaldkreis (Sachsen) und der Wojewodschaft Zielona Gora (Polen), von Gemeinden, der geologischen Dienste der drei Länder, der Landesplanungs- und Naturschutzbehörden, von Universitäten, von ehrenamtlichen Vereinen und Einzelpersonen dargestellt. Eine länderübergreifende Klammer um das Vorhaben wird die Internationale Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“, Sitz Großräschen in Brandenburg schaffen. Der Muskauer Faltenbogen ist seit 1999 als IBA-Projekt eingeordnet und wird als wesentlicher Teil einer sog. Landschaftsinsel entwickelt. In Form eines geotopschutzfachlichen Gutachtens, (anlog den naturschutzfachlichen Gutachten, wie sie für die Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten angefertigt werden), ist 1999 eine geowissenschaftliche Charakteristik des Stauchendmoränengebietes erfolgt und seine Eignung als Geoparkgebiet begründet worden. Auf dieser Grundlage wird gegenwärtig eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, deren Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen werden.

Pünktlich zur Veranstaltung wurde die Homepage fertiggestellt. Sie wurde im Rahmen einer Studienarbeit an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus und einer Praktikumsarbeit in der Cottbuser Werbeagentur Webdynamix erstellt.

Präparator mit dem Schädel des rekonstruierten Mammuts (Klinge, Niederlausitz)

Präparator mit dem Schädel des rekonstruierten Mammuts (Klinge, Niederlausitz)

Den Höhepunkt des Tages bildete die feierliche Übergabe einer Kopie des Mammuts von Klinge an die Öffentlichkeit. Im Jahre 1903 wurde in einer Tongrube bei Klinge unweit von Forst das fast vollständig erhaltene Skelett eines Mammuts (Mammutus primigenius) gefunden.

Es handelt sich hierbei um den ältesten Mammutfund in Deutschland. Durch die Bemühungen des Landrates, der Initiatoren des Arbeitskreises Muskauer Faltenbogen und interessierter Behörden konnten in den letzten beiden Jahren die Fundstücke bearbeitet und eine vollständige Kopie des Tieres hergestellt werden. Der Landrat Dieter Friese und der Direktor des Museums für Naturkunde in Berlin, Herr Dr. Ferdinand Dammaschun, in dessen Sammlungsbeständen das Original aufbewahrt wird und deren verantwortliche Mitarbeiter dankenswerterweise die Anfertigung der Kopie ermöglichten, haben in würdiger und aphoristischer Form mit einer Flasche Mammut-Bräu der Mammut-Brauerei aus Sangerhausen „das rote Band“ durchschnitten. Über das Mammut ist ein Fleyer erschienen, der über das Landratsamt des Landkreises „Spree-Neiße“, Dezernat IV, Heinrich-Heine-Straße 1, 03149 Forst bezogen werden kann.

Informationen zur Bestellung des Tagungsbandes/Exkursionsführers sind auf der Übersichtsseite des Archivs zu finden.